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So kann sich BIM auf die Fertigung auswirken

Die Bauwerksdatenmodellierung (Building Information Modelling, BIM) hat den Bausektor revolutioniert, einerseits durch die Digitalisierung von Prozessen und andererseits durch die Schaffung neuer Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen Experten aus dem Baubereich und Architekten. Doch welche Chancen bietet diese Methode für die Herstellungsbranche?

Laut Forschungsarbeiten der Heriot-Watt University muss die Baubranche in Großbritannien bis 2031 jedes Jahr 340.000 Häuser bauen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Bei der Erfüllung dieses Ziels durch die Errichtung hochqualitativer Infrastruktur für die private und industrielle Nutzung lastet beachtlicher Druck auf der Branche. Um sie bei der Umsetzung der gesteckten Ziele zu unterstützen, investieren Unternehmen in fortschrittliche Technologien, um ihre Produktivität und die erzielte Qualität zu verbessern.

Eine der Technologien, hinter denen die Baubranche diesbezüglich steht, ist BIM, ein digitales Überwachungsprogramm, das allen an einem Projekt Beteiligten hilft, den Bauprozess zu optimieren. BIM liefert eine Plattform, die sämtliche Bauinformationen entlang des gesamten Lebenszyklus des Projekts verwaltet und die Visualisierung von Komponenten erlaubt, um zu verstehen, wie verschiedene Systeme interagieren. Eine engere Zusammenarbeit in Kombination mit der Fähigkeit, sämtliche Konflikte aufzuzeigen, unterstützt die Effizienzsteigerung während der Konzeptionsphase und verringert das Risiko für Fehler.

Aufgrund dieser Vorteile hat die britische Regierung ab 2016 als absolute Mindestanforderung ein BIM-Level der Stufe 2 für sämtliche zentral koordinierten öffentlichen Beschaffungsprojekte vorgeschrieben. Auch wenn noch keine strenge Definition des BIM-Levels der Stufe 3 existiert, gibt es Möglichkeiten für Bauunternehmen, die bestehenden Anforderungen bei weitem zu übertreffen.

Fertigungsnachfrage

Der Bausektor ist nicht die einzige Branche, die den Druck in Richtung Digitalisierung spürt. Auch Hersteller müssen fortschrittliche Technologien einführen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und der Verbrauchernachfrage gerecht zu werden. Unternehmen, die Produkte für die Baubranche herstellen, können BIM nutzen, um sicherzustellen, dass sie den Bauträger unterstützen und in ihrem eigenen Marktsegment konkurrenzfähig bleiben.

Der Erfolg eines Bauprojekts hängt maßgeblich von den Informationen ab, die das digitale Modell erfassen kann. Wenn ein Hersteller auf den Einsatz seines Produkts im Rahmen eines Infrastrukturprojekts abzielt, muss er es während der digitalen Modellierung verfügbar machen.

Ohne fortschrittliche Technologien waren Ingenieure bei der Auswahl zu verwendender Produkte auf das verfügbare Sortiment ihres Großhändlers beschränkt. Heute stehen Ingenieuren mit nur einem Knopfdruck oder Mausklick Tausende Optionen verschiedener Marken aus der ganzen Welt zur Verfügung. Hersteller sollten sicherstellen, dass so viel Information wie möglich in digitaler Form verfügbar ist, damit für Architekten im Rahmen der Nutzung von BIM eine gute Sichtbarkeit ihrer jeweiligen Produkte und ein klares Verständnis ihrer Auswirkungen auf das Design des Gebäudes gegeben ist.

BIM in der Fertigung

Design und Konstruktion einer Anlage bieten eine gute Gelegenheit, Daten für die Verwendung in einem digitalen Zwilling zu sammeln. BIM kann am Anfang dieses Prozesses stehen, sodass der Hersteller nach Abschluss der Bautätigkeiten Sensoren an die Ausrüstung anschließen kann, um ein digitales Abbild seiner Anlage in Echtzeit zu erhalten. Damit dies jedoch auch gelingt, müssen Hersteller wissen, wie BIM-Daten in einem digitalen Zwilling genutzt werden können, um zu gewährleisten, dass die richtigen Daten gesammelt und gespeichert werden. Um die Vorteile digitaler Zwillinge optimal zu nutzen, müssen Hersteller außerdem besonders darauf achten, dass ihre Modellierungsprozesse von Anfang bis Ende, vom Bau bis hin zur Produktion, richtig sind.

BIM hat das Potenzial, nicht nur den Bausektor, sondern eine ganze Reihe von Branchen der verarbeitenden Industrie zu beeinflussen. Hersteller haben die Möglichkeit, sich als Innovatoren in diesem Bereich aufzustellen, indem sie Technologien einführen, die ihre eigenen Prozesse optimieren und gleichzeitig den Bausektor in seinem Wachstum unterstützen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist eine frühzeitige Einführung der beste Weg.

Über den Autor: Jonathan Wilkins ist Marketingdirektor bei EU Automation und erklärt, wie Hersteller die Interaktion mit ihren Lieferketten mithilfe von BIM verbessern können.

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