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Alles in die Cloud? – Der Weg zur richtigen Cloud-Strategie

Cloud Computing ist für Unternehmen inzwischen die beliebteste Lösung, um ihre IT-Ressourcen zu organisieren. Die skalierbaren und flexiblen Dienste erlauben nicht nur den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf die eigenen Business-Daten, Server, Speicher und Apps – auch die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen heute neue Technologien adaptieren müssen, lassen kaum noch eine Alternative zur Cloudnutzung zu. Wie essenziell die innovationsbeschleunigenden Effekte des Cloud Computing tatsächlich sind, wurde auch im Zuge der Corona-Pandemie klar: Unternehmen mit cloudbasierter IT-Infrastruktur erwiesen sich angesichts der unvorhergesehenen Ereignisse als weitaus resilienter und agiler als ihre Wettbewerber ohne entsprechenden Cloud-Support.
Richtig eingesetzt ist Cloud Computing ein wichtiger Schlüssel für die digitale Transformation. Aber Cloud-Lösungen sind kein Selbstzweck, sondern stets im Rahmen der IT-Gesamtstrategie zu betrachten. In Unternehmen geht es zunächst immer um Prozesse und erst dann darum, wie Software und Anwendungen aus der Cloud diese Prozesse bestmöglich unterstützen können. Daher gilt es, auf den verschiedenen Ebenen von der Infrastruktur bis zur Anwendung zu definieren, durch welche cloudbasierten Technologien die eigene IT-Strategie optimal ergänzt werden kann.

Public, Private oder Hybrid-Cloud? – Worauf es bei der Wahl ankommt

Große Hyperscaler, wie Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure, können mit ihren umfangreichen PublicCloud-Angeboten eine zuverlässige Alternative zum eigenen Rechenzentrum darstellen. Wer bei der Wahl des Anbieters aber nur die Infrastrukturservices (IaaS) aus der Public Cloud berücksichtigt, setzt oft den Fokus an der falschen Stelle: Ein besser geeignetes Entscheidungskriterium stellen die Platform-as-a-Service- (PaaS) und Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) der Hyperscaler dar, die sich zum Teil in wesentlichen Details unterscheiden können. Außerdem sollte sich jedes Unternehmen trotz der umfangreichen Angebote der Anbieter immer die Frage stellen, ob sie ihren spezifischen Bedarf über einen einzigen Anbieter vollständig abdecken können oder wollen. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, neben dem Einsatz verschiedener SaaS-Lösungen auch bei Infrastructure-as-a-Service (IaaS) nahen Dienstleistungen eine Multi-Cloud-Strategie in Betracht zu ziehen. Ein sorgfältiges Management der über verschiedene Plattformen verteilten Daten ist bei dieser Methode allerdings das A und O.

Über die Anwendungs- und Bedarfsperspektive hinaus sind auch die bereits vorhandene IT-Landschaft sowie die Ressourcen des eigenen Unternehmens als wesentliche Aspekte in die Cloud-Strategie mit einzubeziehen. Denn neben der offensichtlichen Option, (Re-)Investitionen in die eigenen Rechenzentren dank der Cloudnutzung gegen flexible und laufende Kostenpositionen auszutauschen, bietet Cloud Computing oftmals einen Adaptionsgrad innovativer Technologien, den sich Unternehmen selbst nur sehr aufwendig erarbeiten können. Durch Nutzung entsprechender Cloud-Services werden auch innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz oder IoT für Unternehmen zugänglich, selbst wenn das Know-How zur Technologie-Errichtung und deren Betrieb auf den eigenen Plattformen im Unternehmen nur eingeschränkt vorhanden ist. Und dennoch: Gerade mit Blick auf produktionsnahe Systeme und Prozesse sowie die enge Verzahnung mit Fertigung und Logistik kann es gute Gründe geben, zumindest Teilaspekte der IT-Landschaft weiterhin On-Premise oder in einer Private Cloud behalten zu wollen.

Die hybride Cloud – das Beste aus zwei Welten?

Der Wunsch, an der eigenen Infrastruktur festzuhalten (etwa aus Gründen des Schutzes sensibler Daten oder bei produktionsnahen Systemen) und trotzdem nicht auf die neuen Softwarelösungen und Anwendungsfelder aus der Public Cloud verzichten zu wollen, ist einer der Hauptgründe, wieso sich viele Unternehmen für eine Hybrid-Cloud-Lösung entscheiden. Die HybridCloud bietet das Potenzial, weitreichende Kontrolle und Sicherheit mit bedarfsgerechter Skalierbarkeit sowie innovativen Softwarefunktionen auf effiziente Weise zu verbinden.

Unternehmen mit besonders hohen Datenschutzauflagen können dabei ihre geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Workloads auch weiterhin On-Premise oder in der Private Cloud eines Managed-Service-Anbieters (MSP) verarbeiten. Dies bietet im Gegensatz zur Public Cloud ein hohes Maß an Eigenkontrolle, indem sich IT-Governance und Compliance-Anforderungen genauestens kontrollieren und individuell umsetzen lassen. Weniger kritische Workloads werden samt der damit verbundenen Effizienzvorteile in die Public Cloud verlagert. Wo Applikationen es zulassen, lassen sich durch die flexiblen Kapazitäten der Public Cloud kurzfristig auftretende Lastspitzen erfolgreich abfangen. So können beispielsweise bestimmte Komponenten zu bestimmten Zeiten abgeschaltet oder von vornherein kleiner gestaltet und dynamisch implementiert werden, sodass sie sich bei höherem Bedarf automatisch ausdehnen.

Hybride Clouds erfordern Konzepte

Egal, für welche Lösung sich ein Unternehmen entscheidet: Der Schutz der entstandenen Cloud-Landschaft vor unbefugten Zugriffen sowie die Konformität mit den geltenden Datenschutzrichtlinien muss auch weiterhin ein integraler Bestandteil der gewählten Cloud-Strategie bleiben. Schließlich trägt das Unternehmen auch dann die Verantwortung für die Sicherheit seiner Daten, wenn diese bei einem professionellen Cloud-Provider liegen. Darüber hinaus lassen sich die genannten Potenziale besonders bei Hybriden Clouds nur dann in echten Mehrwerten realisieren, wenn die Software der einzelnen Lösungen nahtlos zusammenarbeitet. Wenn Datenstrukturen verschiedener Anwendungen nicht zueinander passen, Schnittstellen nicht einfach und stabil ineinandergreifen oder nach Updates oder Störungen aufwendige Synchronisierungen erforderlich sind, ist Potenzial verschenkt. Gerade verteilte IaaS-, PaaS- und SaaS-Lösungen setzen deshalb ein sorgfältiges Design der Applikations-Landschaft mit entsprechendem Schnittstellen-Konzept und -Management voraus. Ein konsistentes Cloud Management hilft dabei, die Komplexität verschiedener Clouds zu reduzieren und die tägliche Arbeit mit ihnen stark zu vereinfachen. Hierzu gibt es Cloud-Management-Plattformen (CMP), mit denen sich verschiedene Clouds über ein Dashboard zusammenfügen und auf übersichtliche Weise darstellen und administrieren lassen. CMP-Lösungen bewahren das Unternehmen aber nicht davor, sich mit den Details jeder eingesetzten Public-Cloud-Plattform auseinanderzusetzen.

Die Erfahrung Anderer ins Boot holen

Cloud Computing ist eine essenzielle Hilfe, um das Wachstum der eigenen IT-Landschaft flexibel, kosteneffizient und technologieoptimiert zu gestalten. Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen können die Compliance- und Sicherheitsanforderungen, aber auch das Management der Cloud-Landschaft, komplexe Herausforderungen bedeuten. Viele Unternehmen setzen daher auf die Erfahrung von professionellen Providern für Managed Cloud Services (MCS). Diese können durch den Einsatz neuester Technologien dabei helfen, die vollen Effizienz- und Kostenvorteile der Cloud-Landschaft nutzbar zu machen und die Cloud dank aktueller Sicherheitskonzepte zuverlässig und compliancekonform zu betreiben.

Ulrich Meine, Leiter Hyperscaler Engagement bei NTT DATA Business Solutions
Ulrich Meine, Leiter Hyperscaler Engagement bei NTT DATA Business Solutions

Über den Autor
Ulrich Meine verantwortet als Leiter Hyperscaler Engagement die Public-Cloud-Beratung im Bereich Global Managed Services bei der NTT DATA Business Solutions AG. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit dem Management von SAP-Systemen und begleitet die vielfältigen Aspekte von Private und Public Cloud seit ihrer Entstehung. In diesem Zusammenhang hat er bereits zahlreiche Projekte national und international umgesetzt.

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