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Nis2 Cybersicherheit

Mit der Verabschiedung der NIS-2-Umsetzung durch den Deutschen Bundestag wird ein neues Kapitel in der Cybersicherheit aufgeschlagen – vor allem für Unternehmen, die zur kritischen Infrastruktur zählen. Jürgen Reinert, Vorstandsvorsitzender der SMA Solar Technology AG, begrüßt die Entscheidung als „einen essenziellen und überfälligen Schritt“. Denn aus seiner Sicht steht nicht weniger als die Sicherheit der gesamten Energieversorgung auf dem Spiel.

Solaranlagen, Batteriespeicher, Netzsteuerungssysteme: All diese Komponenten kommunizieren digital, oft über offene Netzwerke. Damit werden sie anfällig für Angriffe aus dem Netz. Laut Reinert sei die Zahl der Cyberattacken auf solche Systeme in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe erst kürzlich erneut eindringlich gewarnt: Eine gezielte Attacke auf zentrale Steuerungssysteme könne nicht nur einzelne Komponenten treffen, sondern im schlimmsten Fall ganze Regionen lahmlegen. Die Folgen wären gravierend – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.

SMA-Chef Jürgen Reinert fordert im Zuge der NIS-2-Umsetzung konsequente Cybersicherheit für eine stabile Energieversorgung.
SMA-Chef Jürgen Reinert fordert im Zuge der NIS-2-Umsetzung konsequente Cybersicherheit für eine stabile Energieversorgung.

Vor diesem Hintergrund sei es laut Reinert unerlässlich, dass Unternehmen nicht nur Mindeststandards erfüllen, sondern Cybersicherheit als strategische Daueraufgabe begreifen. Zertifizierungen wie die ISO 27001 seien dabei mehr als nur formale Nachweise: Sie signalisierten ein hohes Schutzniveau und stärkten das Vertrauen in die betroffenen Systeme. Transparenz, Kontrolle und kontinuierliche Prüfung der IT-Strukturen seien aus seiner Sicht unverzichtbare Grundpfeiler für eine resiliente Energieinfrastruktur.

Doch dabei darf es nach Einschätzung von Reinert nicht bleiben. NIS-2 sei zwar ein dringend notwendiger Rahmen, aber allein nicht ausreichend. Besonders kritisch sieht er die Nutzung sicherheitsrelevanter Komponenten aus Herkunftsländern, die keine KRITIS-konformen Standards erfüllen. Diese Hardware könne als Einfallstor für Angriffe auf das europäische Energiesystem missbraucht werden. Er begrüßt daher die Initiative mehrerer EU-Parlamentarier, solche Produkte vom Markt auszuschließen, ausdrücklich. Für Reinert steht fest: Versorgungssicherheit wird es in Europa künftig nur noch geben, wenn Cybersicherheit als untrennbarer Teil davon verstanden und entsprechend durchgesetzt wird.