Pionierleistung im Ingenieurbau: Selbst verdichtender Beton für Teilchenbeschleuniger
Im Darmstädter Untergrund entsteht derzeit nichts Geringeres als ein Technik‑Tempel für Schwerionenforschung. Auf einem 20 Hektar großen Areal beim GSI Helmholtz‑Zentrum für Schwerionenforschung wurde eine neue Gebäudestruktur errichtet: mit Höhenlagen von 21 Metern über dem Gelände bis hin zu 17 Metern darunter. Im Zentrum: ein unterirdischer Tunnel mit rund 1.100 Metern Länge und variabler Breite von 8,3 bis 10,3 Metern, dessen Höhe je nach Bodenplatte und Decke zwischen 6 und 7,5 Metern schwankt.

Bei einem solchen Bauwerk sind statische Herausforderungen keine Randnotiz – vielmehr treibt man dort die technische Grenze aktiv voran. Eine ganz besondere Aufgabe: die Tunneldecke mit einer Stärke von sechs Metern, die mit einer freien Spannweite von 26 Metern ausgelegt wurde – und das, obwohl unmittelbar darüber ein weiteres Gebäude errichtet wird. Zusätzlich gefordert waren absolute Präzision, maximale Robustheit, fugenlose Ausführung und Rissfreiheit – Anforderungen, die weit über das gewohnte Bauverfahren hinausgingen.

Ein Betonkonzept jenseits des Gewöhnlichen
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, entwickelte die PORR ein speziell abgestimmtes Betonkonzept. Massive Stahlbetonbauweise mit Wandstärken von bis zu sechs Metern erforderte eine neue Mischung: selbstverdichtender Beton, hoch verdichtete Bewehrung – rund 700 kg Bewehrung pro Kubikmeter Beton, also ein Vielfaches gegenüber üblichen Werten von 100–150 kg/m³.
Darüber hinaus kamen maßgeschneiderte Schalungen und Traggerüste zum Einsatz, um den enormen Kräften gerecht zu werden – nicht zuletzt wurde bei der Aushärtung auf eine kontrollierte Abbindung und Minimierung der Hydratationswärme geachtet, damit großflächige Bauteile ohne Risse entstehen konnten.

Offizielle Anerkennung für Innovationskraft
Für diese Leistung erhielt die PORR von der Bescheinigungsstelle Forschungszulage das sogenannte BSFZ‑Siegel – ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen Forschung und Entwicklung betreibt und innovative Prozesse umgesetzt hat.
Für Auftraggeber ist dieses Siegel mehr als ein Symbol: Es schafft Vertrauen in die zertifizierte Innovationsfähigkeit eines Bauunternehmens und markiert das das entwickelnde Unternehmen als technologischen Vorreiter im Ingenieurbau.

