Sonntag, den 19. Nov 2017

Vernetzt arbeiten

Die moderne Bauwirtschaft ist immer stärker von einem schnellen und effizienten Datenaustausch abhängig: Ämter und Behörden verpflichten zum elektronischen Meldeverfahren; in der Projektabwicklung werden permanent aktuelle Projektdaten für eine erfolgreiche Steuerung unverzichtbar. Durch den intensiven Wettbewerb um Bauprojekte, sowohl auf regionaler als auch auf europäischer Ebene entsteht zusätzlicher Druck, die Prozesse in den Baubetrieben noch effizienter zu gestalten. Die Notwendigkeit zum »vernetzten Arbeiten« hat dabei gleichermaßen technologische, wirtschaftliche wie auch fachliche Hintergründe.

Die neuen Medien verändern die Arbeitswelt
Die technologischen Entwicklungen schaffen die notwendigen Voraussetzungen: Das Internet mit immer schnelleren Verbindungen, optimierte Speicherkapazitäten und leistungsfähige Prozessoren, intelligente und handliche Endgeräte und eine rasante Entwicklung im Bereich der
Software-Ergonomie machen die tägliche Nutzung von IT-Lösungen mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit.
Gleichzeitig steigt die Verfügbarkeit mobiler Netze. Innovationen, wie beispielsweise Tablet-Computer und Smartphones machen den drahtlosen Informationsaustausch durch bestechende Benutzerkonzepte einfach und attraktiv. Verbunden mit Integration in die zentralen Anwendungen ermöglichen diese Entwicklungen eine schnellere Übertragung von Informationen und kürzere Entscheidungszeiträume.

Alles muss schneller werden
In Bauprojekten ändern sich die Rahmenbedingungen fast täglich. Wetterbedingungen, unvorhergesehene Komplikationen auf der Baustelle, unentdeckte Planungsfehler, spontane Planänderungen, Lieferanten- oder Nachunternehmerprobleme und und und. Um hier die Kosten im Rahmen zu halten, sind schnellere Reaktionsmöglichkeiten auf Basis fundierter und transparenter Informationen erforderlich. Gleichzeitig muss die Vielfalt der Informationen gut organisiert und dokumentiert werden, um beispielsweise Forderungen für geleistete Arbeit im Nachgang durchsetzen zu können.

Effizientere Prozesse
Arbeitsabläufe lassen sich in der digitalen Welt neu organisieren – Archivierung und Datensuche werden deutlich erleichtert. Im Idealfall wird es Medienbrüche im Informationsfluss künftig nicht mehr geben – aufwändige und unter Umständen auch fehlerträchtige Mehrfacheingaben fallen weg. Daten können künftig über Unternehmensgrenzen hinweg zeitnah genutzt werden. Das optimiert die Planung und das Bauprojekt-Management. Die Dokumentation von Bauprojekten wird durch die digitalen Möglichkeiten wesentlich optimiert und erleichtert: Wichtige Informationen werden bei der Entstehung mit einem hohen Grad an Automatisierung gespeichert. Das gibt Sicherheit sowohl für die Ausführungsphase als auch für die Abrechnung.

Kontrollierte Transparenz
Mit den entsprechenden branchenspezifischen Konzepten zur Organisation und Gestaltung des Informationsflusses lassen sich die Daten quasi in Echtzeit nutzen. Ausschreibungen erfolgen künftig nur noch digital – Pläne, Angebote und Projektinformationen stehen den Projektbeteiligten jederzeit in der aktuellsten Form zur Verfügung. Die Informationsverteilung erfolgt direkt aus dem Arbeitsprozess in der IT-Lösung. Die Entscheidungsträger und Projektbeteiligten erhalten automatisch und gezielt die notwendigen Informationen für ihre jeweilige Aufgabenstellung.

Aber auch im kaufmännischen Bereich ist Zeit bares Geld – Verwaltungsaufgaben werden zunehmend ausgelagert, um die Kapazitäten in vollem Umfang auf das Kerngeschäft zu fokussieren und um von Spezialistenwissen zu profitieren. Doch muss der Daten- und Informationsfluss zwischen den verschiedenen Stellen im Unternehmen, dem Dienstleister und externen Stellen, wie Finanzamt, Kranken- und Sozialkassen reibungslos organisiert sein. Dieser Datenaustausch sowie laufende Neuerungen in der Lohnabrechnung oder im Rechnungswesen lassen sich über online genutzte Software einfach managen.

Aber auch unternehmensintern gibt es eine Reihe von Optimierungspotenzialen: So garantiert eine zeitnahe Rechnungsprüfung die Ausnutzung von Skonti und Boni. Diese wird unterstützt durch digitale Workflows, wie der digitalen Rechnungsprüfung. Intelligente und auf das Bauunternehmen zugeschnittene Archivierungslösungen, die weitestgehend automatisch aus den Arbeitsprozessen befüllt werden, verringern Such- und Archivierungszeiten.

Unternehmensorganisation und Prozesse im Fokus
Es wird deutlich, dass es im Kern nicht alleine um die Technologie sondern vielmehr um die Organisation und innovative Konzepte zur Prozessoptimierung geht, die ein vernetztes Arbeiten für das Bauunternehmen erst sinnvoll nutzbar machen. Dies ist die Grundvoraussetzung für eine sichere Unternehmenssteuerung und für effiziente, kostensparende Arbeitsprozesse und damit Voraussetzung für den Erfolg der Bauunternehmen.

Nicht alles gehört in die Wolke
Das gerade viel besprochene Cloud Computing bedeutet noch kein vernetztes Arbeiten. Eigene Daten über virtuelle Speicher zu nutzen, deren physische Aufenthaltsorte über die ganze Welt verstreut liegen können, ist im privaten Bereich, wenn es um Fotos, Videos, Musik oder ähnliches geht, unbestritten eine praktische Geschichte. Geht es jedoch um sensible Unternehmensdaten, zum Beispiel Kalkulationen, sollte das Konzept »Cloud« genauer geprüft werden. Zudem bedeutet eine Datenspeicherung in der Wolke noch kein wirkliches Arbeiten im Sinne einer aktiven Steuerung von Prozessen und Workflows.

Internet und Mobile Kommunikation ermöglichen neue Chancen
Zu empfehlen sind hier integrierte Konzepte, die umfassende, ortsunabhängige und auch endgeräteunabhängige Verfügbarkeit und Nutzung von Daten und Anwendungen gewährleisten, aber baufachkundig und nach den – im weltweiten Vergleich – umfassenden deutschen Standards im Hinblick auf Datensicherung und Recht operieren. Stichwort integriert: Wichtig sind nicht nur die Einzelkomponenten sondern deren zielorientiertes Zusammenwirken.

Weiterführende Informationen zum »vernetzten arbeiten« sind auf der Seite der BRZ Deutschland GmbH unter brz-connect.brz.de zu finden.

 

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