Donnerstag, den 30. Mär 2017

Empfangs- und Bürogebäude von Sto

Die Gestaltung und Erhaltung wertiger und nachhaltiger Gebäude ist seit vielen Jahren das Ziel der Sto SE & Co. KGaA. Prägnant zusammengefasst wird dieses Anliegen im Unternehmens-Motto „Bewusst bauen“. Diesem Anspruch wird der Baustoffhersteller aus dem Schwarzwald auch auf dem eigenen Firmengelände gerecht: Das neue Empfangs- und Bürogebäude wurde als Nullenergiehaus im Passivhausstandard erstellt und erhielt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Gütesiegel in Platin.

Im Foyer des neuen Gebäudes in der Sto-Firmenzentrale in Stühlingen überreichte die DGNB das Zertifikat an Gerd Stotmeister, Vorstand Technik der STO Management SE. „Unser Ziel war es, nicht nur ein ästhetisches und energetisch optimiertes Gebäude zu bauen, sondern eines, das seine benötigte Energie selbst produzieren kann“, betonte Stotmeister. „Erreicht wird dies durch ein ausgeklügeltes Energiekonzept mit innovativer Technik.“ Dieses lobte auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), die sich schon am Vortag ein Bild von dem Industriegebäude gemacht hatte. Ihr Fazit: „Es zeigt uns: Nachhaltigkeit und ambitionierter energetischer Standard sind keine Vision, sondern heute schon Realität“, so die Politikerin, die das Engagement des Baustoffherstellers auf diesem Gebiet würdigte: „Klimaschutz braucht Vorbilder.“

Schon während der Planungsphase war das Gebäude mit dem Vorzertifikat in Gold, der damals höchstmöglichen Auszeichnung, bedacht worden. Nach zweijähriger Bauphase erreichte es den Platin-Standard – die höchste Auszeichnung, die bislang erst wenigen Bürogebäuden in Deutschland verliehen wurde. Damit würdigt die DGNB die Nachhaltigkeit des Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus. Bei der Bewertung werden die Themenfelder Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Qualität, Technik sowie Planungs- und Bauprozess bewertet. Zudem fließen die Standortqualität, der Einsatz gesundheits- und umweltverträglicher Baustoffe, Barrierefreiheit und die Flexibiliät hinsichtlich Technik und Raumeinteilung mit ein. 

Der im August 2016 fertiggestellte Neubau ist ein weiterer Baustein des im Jahr 1993 von Michael Wilford & Partners, London/Stuttgart, erstellten Masterplans, der das Sto-Areal am Hauptstandort Stühlingen anhand zweier Achsen strukturiert. Diese werden an einem zentralen Punkt zusammengeführt – dort, wo ein ovaler, an den für das Unternehmen charakteristischen gelben Eimer erinnernder Kubus steht. An dieses markante, viergeschossige Empfangsgebäude, das im Erdgeschoss ein großzügiges Foyer und in den oberen Geschossen Besprechungs- und Gemeinschaftsräume sowie eine Dachterrasse präsentiert, ist ein viergeschossiger, 16 x 58 Meter großer Gebäuderiegel angeschlossen, der offene Bürolandschaften für bis zu 150 Mitarbeiter auf den drei oberen Etagen und ein Datacenter im Untergeschoss beherbergt. Bei den beiden Bauwerken handelt es sich um Stahlbeton-Konstruktionen, deren Untergeschosse als Weiße Wanne umgesetzt wurden. 

Das Energiekonzept der Gebäude basiert auf der Maßgabe, ihren Energiebedarf durch passive und aktive Maßnahmen zu minimieren und die Energieversorgung durch effiziente Technik zu optimieren. Beiträge dazu leisten eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des kompakten Bürotrakts mit einer Jahresleistung von 26.400 Kilowattstunden sowie das vorgehängte hinterlüftete, mit nicht sichtbar befestigten Photovoltaikpaneelen versehene Fassadensystem StoVentec ARTline Invisible (Jahresleistung: 15.800 Kilowattstunden), das an der Südseite zum Einsatz kam. An den anderen drei Seiten wurden schwarze Glaspaneele (StoVentec Glass) verbaut, so dass die Gebäudeoberfläche aus einer optisch hochwertigen, einheitlichen Hülle besteht. Sie sorgt im Sommer wie im Winter für eine ausgeglichene Temperatur im Innenraum. Weiteren Strom für das Gebäude produziert eine Turbine, die mit Wasser aus dem unter dem Werksgelände fließenden Ehrenbach betrieben wird. 

Die ovale Fassade des gelben Empfangsgebäudes konnte mit dem hinterlüfteten Fassadendämmsystem StoVentec R realisiert werden. Auf seine biegsame Putzträgerplatte wurde ein organischer, nichtbrennbarer (A2-s1, d0), hoch wasserdampfdurchlässiger  Fassadenputz (Stolit) fugenlos aufgebracht. Als Schutz vor der Witterung kam schließlich eine Fassadenfarbe ohne bioziden Filmschutz (StoColor Dryonic) zum Einsatz, die die Putzoberfläche dank ihrem bionischen Wirkprinzip nach Regen oder Taubildung extrem schnell trocken lässt. 

Zur Heizung des Gebäudes wird im Winter die Abwärme der Server des Datacenters genutzt. Das luftdichte Fassadensystem, das mit einer wärmebrückenfreien, passivhauszertifizierten Edelstahl-/Aluminium-Unterkonstruktion von Sto montiert wurde, sowie dreifach verglaste Fenster sorgen dafür, dass die Wärme im Innenraum gehalten wird. Dort herrscht dank der in der vorgehängten hinterlüfteten Fassade eingesetzten diffusionsoffenen und schalldämmenden Steinwolle-Dämmplatte ein angenehmes Raumklima. Zusätzlich tragen ein abgehängtes, nicht brennbares Akustiksystem aus Blähglasgranulatplatten (StoSilent Distance A2) sowie schallabsorbierende Akustikdeckensegel aus PET-Recyclingfasern (StoSilent Modular) zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei. In den Büro- und Besprechungsräumen wurden ausschließlich gesundheits- und umweltverträgliche Innenraumprodukte wie das Feuchteregulierputzsystem StoCalce Functio eingesetzt. Das hoch diffusionsoffene System auf Kalkbasis, bestehend aus einem Unterputz, einer Spachtelmasse und einem dekorativen mineralischen Glattspachtel, enthält wie auch alle weiteren in zahlreichen Strukturen und Farbtönen eingesetzten Spachtel, Putze und Innenfarben keine Konservierungsmittel.

Die Büro- und Besprechungsräume wurden mit geringen Raumtiefen und hochgelegenen Fensterstürzen erstellt. Dies ermöglicht eine tiefe Ausleuchtung mit Tageslicht. Bei Bedarf werden zusätzlich präsenz- und tageslichtabhängig gesteuerte LED-Lampen angeschaltet. Gekühlt werden die Büro- und die Besprechungsräume sowie das Datacenter im Erdgeschoss durch Quellwasser. Im Frühling und Herbst ist eine natürliche Lüftung über die Fenster möglich, im Sommer und Winter wird die Frischluftzufuhr über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung geregelt.

Sto SE & Co. KGaA, www.sto.de 

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